Widerstände - Hindernisse - Schwierigkeiten

Beginn der Schwestern in Baar

"Den Gemeindevorstehern mussten die Schwestern die Heimatscheine vorweisen, weil einige Bürger sie ohne diese nicht hätten einlassen wollen. Man wollte alles aufsuchen, um die Schwestern nicht einkommen zu lassen und berichtete selbst von der Stadtgemeinde Zug aus, man sollte Acht haben, damit das Ungeziefer sich nicht einniste. Die Schwestern mussten sich auch allerlei Schimpf- und Spottnamen gefallen lassen." (aus Chronik über den Einzug der Schwestern in Baar im November 1846)

Erfahrungen in Risch

"Nach kurzem Bestande wollte die Gemeinde die Schule wieder eingehen lassen, nicht aus Unzufriedenheit mit den Leistungen, sondern aus alten Vorurteilen gegen die Klosterfrauenschulen." (Pfarreiarchiv Risch, September 1853)

"Der durchschnittliche Schweizerbauer begegnete Ordensfrauen ausserhalb der Klausurmauern, die sich mit der stark nach Liberalismus riechenden Schulreform beschäftigten, nicht ohne Misstrauen." ( Sr. Maria-Crucis Doka, Das Schulwesen der Lehrschwestern vom hl. Kreuz in Menzingen Kanton Zug )

Berichte der Schwestern

 Sr. M. T. Scherer

Sr. Maria Theresia Scherer:
Verwandte und Bekannte sind gegen ihren Eintritt in Menzingen: "Allein als ich zu Hause kam, so gab es andere Hindernisse, indem fast jedermann glaubte, dass ich nicht zu diesem Anfange gehen soll, indem es jetzt Zeit sei, wo man in der Schweiz die Klöster aufhebe, so sei es gar keine Möglichkeit, ein neues Institut zu errichten.......man wollte nichts davon wissen, selbst drohte man mir, dass man mir kein Geld etc. gebe hiefür; hingegen für ein anderes Kloster war man geneigt."

Aus Mutter Bernardas Brief an Bischof Lachat 10.06.1863 über Pater Theodosius:

"Als sich der hochw. Pater, von seinem lebhaften Geist und seinem Eifer getrieben, in unzählige riskante Arbeiten und Unternehmungen stürzte, die es ihm nicht mehr erlaubten, sich gründlich unserer Interessen anzunehmen, als er das Institut der Barmherzigen Schwestern, das er ohne uns gegründet und geleitet hatte, mit unserem Institut verbinden und verschmelzen und das Mutterhaus in Menzingen der Jurisdiktion und dem speziellen Schutz des Bischofs von Basel entziehen wollte, um es in die Diözese Chur, nach Ingenbohl, zu verlegen; als er unsere Schwestern, die eine um die andere, vom Gehorsamsgelübde abzubringen versuchte, das sie an das Mutterhaus in Menzingen und an ihre Obern band:
damals im Jahre 1856, sahen sich Herr Röllin, die Gesellschaft, die uns das Haus zur Verfügung gestellt hatte, und ich gezwungen, an unsern Bischof zu appellieren, welcher in Übereinstimmung mit dem hochwürdigsten Bischof von Chur erklärte: Das Mutterhaus bleibt in Menzingen, die zwei Institute bleiben voneinander unabhängig; die Schwestern von Menzingen leiten die Schulen und die Schwestern von Ingenbohl die Spitäler, Waisenhäuser etc.....

Er hielt unser Verhalten für Undankbarkeit und Eigensinn, und ein grosser Teil des Volkes und selbst einige Schwestern verurteilten uns aus Mangel an gründlicher Kenntnis der Verhältnisse als undankbar und eigensinnig."

Polemik aus der Presse

Auszug aus dem Zuger Volksblatt vom 6. Februar 1875:

"Die Orden sind demnach bestimmt, das letzte Glied in der Kette zu bilden, welche die Volksschule unter den kirchlichen Einfluss schmiedet und sie der staatlichen Leitung entzieht."

...."Notorisch ist, dass der Orden zu Zwecken der Propaganda für die katholische Religion gegründet worden ist. Nirgends ist behauptet worden, dass sie sich dieses, für die Volksschule verfassungswidrigen, Zweckes entschlagen hätten."....

...."Wofür eine kirchliche Organisation, ein kirchliches Gewand und kirchliche Obern, wenn der Schulzweck der einzige Zweck ist? Will die Lehrschwester wirklich nur lehren, so stellt sie sich in Besoldung und freier Entfaltung ihrer Geisteskräfte günstiger ohne Ordenszwang."....

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