Heimat & Familie
Maria Anna Heimgartner (die spätere Mutter Bernarda) war ein Kind wie tausend andere, aber wir entdecken bereits in ihren frühen Lebensjahren Erfahrungen, die sie auf ihre spätere Aufgabe vorbereiten.
Heimat
Die Auseinandersetzungen zwischen Liberalen - Radikalen und Konservativen waren in der Heimat Maria Annas, im Kanton Aargau, besonders heftig. Die Rechte der Katholischen Kirche wurden durch die Badener Artikel stark eingeschränkt. 1841 wurden die acht Klöster im Kanton Aargau aufgehoben. Grosse Teile der Bevölkerung wandten sich von der Kirche ab und neuen Heilslehren zu.
In Fislisbach, dem Heimatort Maria Annas, hatte sich der Pfarrer 1835 geweigert (Maria Anna war 13 Jahre alt), eine Regierungsproklamation von der Kanzel zu verlesen, welche die Kirche und den Bischof angriff und kirchenfeindliche Neuerungen rechtfertigte. Er weigerte sich auch, den verlangten Treueid abzulegen, was ihm eine Geldbusse einbrachte.
Fislisbach AG
Familie

Heimgartner
Maria Anna Heimgartner wurde am 26. November 1822 in Fislisbach geboren. Sie wuchs in einer tiefreligiösen Familie auf, die aktiv am religiösen Leben der Pfarrei teilnahm.
Die Familie war verarmt und auf die Unterstützung durch die Gemeinde angewiesen. Die Armenrechnung vermerkt jedoch für den Schuster Heimgartner mehrmals: "arbeitsam, gute Kindererziehung."
Einen schweren Schlag erlebte die Familie (Maria Anna war kaum 14 Jahre) als der Vater im Alter von 48 Jahren starb. Maria Anna musste als Kindermädchen mithelfen, den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen.
Als ein Jahr nach dem Tod des Vaters in Lenzburg das Lehrerseminar eröffnet wurde, erbat die Mutter von der Gemeinde ein Darlehen, um für ihren Sohn ein Studium zu ermöglichen. Das Seminar war eine Ausbildungsstätte der Freisinnigen. Frau Heimgartner hatte keine Angst vor der glaubensfeindlichen Haltung am Seminar. Das ist um so überraschender, weil die katholische Bevölkerung in der Schweiz im allgemeinen gegen die liberalen Tendenzen war.
